Wer wollte die DDR oder war die Gründung der DDR ein revolutionärer Akt?

Gedanken zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, die Teilung Deutschlands, den Kalten Krieg und die Grenze

Das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges war nicht die Teilung Deutschlands, sondern die Besetzung Deutschlands. Geteilt worden sei das Land später deshalb, "weil sich die Alliierten des Krieges im Frieden zerstritten haben". (Klaus von Dohnanyi am 19.02.1990 in Der Spiegel)

Während der erste Satz die Tatsachen vollkommen korrekt beschreibt, ist der zweite Satz natürlich völliger Unsinn. Aus diesem Grund und aufgrund dessen und weil es heute kaum noch möglich ist, sich das Hintergrundwissen zu den diesbezüglichen tatsächlichen Fakten anzueignen, habe ich diesen Artikel geschrieben. Dieser Artikel basiert im Wesentlichen auf meinen Erinnerungen an die im Geschichtsunterricht der DDR und infolge persönlicher Bekanntschaften mit ehemaligen Mitgliedern des NKFD vermittelten Fakten, widerspiegelt jedoch auch meine ganz private Auffassung zu diesem Thema.

Die Konferenzen von Jalta und Potsdam

Bereits gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, im Februar 1945 trafen sich die Alliierten um zu beraten, wie es mit Deutschland nach dem Kriege weitergehen soll. Die Konferenz von Jalta war ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin im auf der Krim gelegenen Badeort Jalta vom 4. bis zum 11. Februar 1945. Daß Deutschland den Krieg verlieren würde, zeichnete sich noch vor der Landung der Alliierten in der Normandie ab, also noch bevor die Sowjetarmee 1944 ihre Sommeroffensive zur Befreiung ganz Europas vom Hitlerismus begann.

Die Potsdamer Konferenz fand vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof bei Potsdam statt. Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin vertraten die Alliierten. Frankreich war an der Potsdamer Konferenz nicht beteiligt, stimmte jedoch den bis zum 7. August 1945 gefassten Beschlüssen unter Vorbehalten zu. Nach dem von allen Alliierten unterzeichneten Potsdamer Abkommen sollten Hitlers industrielle Auftraggeber enteignet, die gesamte Wirtschaft dezentralisiert und ein demokratisches sowie entnazifiziertes Deutschland wiederhergestellt werden. Wesentlich ist, daß unter der Aufsicht aller Besatzer ein Geeintes und Souveränes Deutschland hergestellt werden sollte. In der Sowjetischen Besatzungszone war dafür der Befehl II der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) maßgebend, der im Juni 1945 erteilt wurde. Der Befehl 2 der SMAD beinhaltete ausdrücklich die Bildung antifaschistischer Parteien und freier Gewerkschaften in der sowjetischen Besatzungszone. In den westlichen Besatzungszonen hingegen gab es keinen dem Befehl 2/SMAD entsprechenden Erlaß zur Gründung antifaschistischer Parteien sowie freier Gewerkschaften.

Die Beschlüsse des Potsdamer Abkommen stimmten zu 100% mit dem Manifest des im Juli 1943 gegründeten Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) überein, also mit dem Ziel nach der Kapitulation einen antifaschistischen geeinten souveränen Deutschen Staat zu errichten. Die Enteignung der Großindustrieellen, Hitlers Auftraggeber und Kriegsverbrecher sollte mit einer Verurteilung und Bestrafung derer einhergehen, so begannen im November 1945 die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse. Das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges war also mitnichten die Teilung Deutschlands. Ebenso ist die Behauptung daß sich Alliierten des Krieges im Frieden zerstritten haben historisch nicht haltbar. Dagegen läßt sich leicht nachweisen, daß die westlichen Alliierten nie wirklich vorhatten, den Beschlüssen von Jalta und Potsdam Folge zu leisten. Das Potsdamer Abkommen setzte die einen Monat zuvor im Berlin getroffenen Vereinbarungen zum Viermächtestatus von Berlin nicht außer Kraft, vielmehr kam damit den Sektoren der Stadt Berlin diegleiche Bedeutung zu wie allen anderen Besatzungszonen.

Der Bruch mit den in Jalta und in Potsdam gefassten Beschlüssen

Leider gab es kein unabhängiges internationales Gremium was die Einhaltung der Beschlüsse hätte kontrollieren können. Die 1945 gegründeten Vereinten Nationen (UNO) zeigten sich dafür als nicht zuständig und das NKFD wurde noch im Jahr 1945 aufgelöst. Der Alliierte Kontrollrat (Sitz in Berlin) erlaubte es jeder Besatzungsmacht, in ihrer Zone einen eigenen Weg einzuschlagen. Während die Sowjetarmee ganz Europa vom Hitlerfaschismus befreite, demonstrierten die westlichen Alliierten bereits mit ihren Bombenangriffen auf deutsche Städte und insbesondere Dresden, daß sie nicht im entferntesten daran dachten, die Beschlüsse einzuhalten. Von daher ist es auch kein Zufall, daß die Bombardierung von Dresden im Februar 1945 unmittelbar nach der Konferenz von Jalta erfolgte.

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren ebenso eine reine Demonstration der Macht des US-Imperiums, militärisch hingegen waren diese Bombenabwürfe bedeutungslos und schon gar nicht kriegsentscheidend. Mit dem Bombenterror der westlichen Alliierten wurde der schrittweise Bruch mit dem Potsdamer Abkommen eingeleitet. Eine Enteignung der Kriegsverbrecher fand, so wie in Potsdam beschlossen, nicht statt in den westlichen Besatzungszonen. Stattdessen unternahmen die westlichen Alliierten alles, die Wirtschaft der deutschen Großindustrieellen wiederaufzubauen.

Marshallplan, Währungsreform und die Gründung der BRD

Dieses Grundgesetz haben uns die Amerikaner, um es vorsichtig zu sagen, anempfohlen. Man könnte auch sagen, auferlegt. (Willy Brandt in Die Bunte, 14.2.1991)

Am 5. Juni 1947 präsentierte der amerikanische Außenminister George C. Marshall das European Recovery Program (ERP). Zur Durchführung des sogenannten Marshallplanes, der sich offen gegen das Potsdamer Abkommen richtete, brauchten die westlichen Alliierten jedoch ein abgegrenztes Wirtschaftsgebiet. Die Währungsreform vom 20. Juni 1948 in der Trizone, den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands, war ein wichtiger Schritt zur Abtrennung dieses Wirtschaftsgebietes. Mit dem am 10.4.1949 von den westlichen Alliierten verabschiedeten Besatzungsstatut, was die Beziehungen derer zu einem zukünftigen Deutschland regeln sollte, wurde die Gründung der Bundesrepublik vorbereitet, die mit der Verabschiedung des Grundgesetzes am 23.5.1949 praktisch vollzogen wurde.

Somit wurde die BRD zeitlich noch vor der DDR gegründet und die Deutsche Nation entgegen der Beschlüsse von Jalta und Potsdam geteilt. Anstelle eines Friedensvertrages trat ein von den Alliierten diktiertes Grundgesetz mit dem die Besetzung Deutschlands, einschließlich der geteilten Hauptstadt Berlin sozusagen verewigt wurde.

Der nächste Schritt zum Bruch mit dem Potsdamer Abkommen war die Londonder Konferenz im Februar 1953. Deutschland wurde in die Schuldenfreiheit entlassen und von der Zahlung der in Potsdam vereinbarten Reparationsleistungen befreit. Eigentlich hätte hier ein Aufschrei durch die Reihen der Vereinten Nationen gehen müssen aber nichts dergleichen geschah.

Mit Inkrafttreten der Pariser Verträge am 5. Mai 1955 wurde für die BRD der Weg freigemacht zur Mitgliedschaft in der NATO (North Atlantic Treaty Organization). Nur einen Tag später am 6. Mai 1955 also trat die BRD diesem Bündnis bei. Gleichzeitig, mit dem in Paris manifestierten Bekenntnis zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft endete das Besatzungsstatut von 1949. Zum Abschluß eines Friedensvertrages zwischen den einstigen Besatzern und der Bundesrepublik kam es jedoch nicht. Ebensowenig ist es ein Zufall, daß ein Jahr nach Abschluss der Pariser Verträge die KPD bundesweit verboten wurde.

Die Gründung der SED und die Gründung der DDR

Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) reichten sich am 21. April 1946 symbolisch die Hand zur Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Obwohl die Zeit reif war zur Gründung einer Partei neuen Typus in Hinblick auf die Verwirklichung der Potsdamer Beschlüsse zumindest in der sowjetischen Besatzungszone, war dieser Akt der Parteivereinigung nicht unumstritten, sowohl in den Reihen der SPD als auch unter den KPD-Mitgliedern. Wie Alexander Abusch in "Der Irrweg einer Nation" ausführlich darlegte, trug die SPD eine erhebliche Mitschuld am Sturz der Weimarer Republik sowie der Errichtung der Hitlerdiktatur und hatte sich im Verlauf ihrer eigenen Entwickung völlig entartet. Der Zusammenschluss mit einer solchen, also nicht marxistischen Partei stieß von daher auch bei vielen KPD-Genossen auf Unverständnis. Noch vor der Gründung der SED wurde unter der SMAD die Bodenreform durchgeführt, Großgrundbesitzer und Kriegsverbrecher wurden enteignet und ihr Grundbesitz verteilt. Die Gründung der DDR unter der Führung der SED erfolgte am 7. Oktober 1949. Mit der Gründung der DDR wurde die SMAD aufgelöst.

Während die Enteignung der Hitlerindustrie also noch vor der Gründung der DDR begann und der Übergang der Betriebe in Volkseigentum rasch vonstatten ging, war die Frage wie es in der Landwirtschaft weitergehen sollte weitgehend ungeklärt, erwartungsvoll schaute man diesbezüglich nach Moskau. Erst zu Beginn des Jahres 1953 wurde die Bildung Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG), nach einer eher persönlichen Empfehlung von Stalin eingeleitet. Entgegen der in der Sowjetunion mit der Gründung von Kolchosen einhergehenden Enteignung an Grundbesitz sollten die Bauern in der DDR ihr Land behalten, jedoch die Nutzungsrechte an die Genossenschaft abtreten damit eine Planwirtschaft in Gang kommen und geführt werden konnte. Dies war jedoch ein langer Weg und die gemeinsame Bodennutzung sowie Nutzung von Vieh und landwirtschaftlichen Maschinen war ein Entwicklungsprozess bis weit in die 60er Jahre hinein.

Der Gründung an Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften analog erfolgte die Überführung kleiner bis mittlerer Handwerksbetriebe in Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH). Für die sozialistische Planwirtschaft war die Gründung dieser Genossenschaften unerläßlich. Gleichermaßen zeigte sich weltweit die wirtschaftliche Überlegenheit sozialistischer Landwirtschaftsbetriebe die ab den 70er Jahren das innovative Weltniveau bestimmten, insbesondere in der Milchwirtschaft. Regelmäßig fanden in Markkleeberg Kongresse statt zum Austausch von Erfahrungen in Fragen der Land-, Forst- und sozialistischer Planwirtschaft.

Innerhalb der RGW-Länder (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) stand die DDR allen Mitgliedsländern als solidarischer und gleichberechtigter Partner gegenüber. So kamen in den LPG der DDR nicht nur Traktoren aus Nordhausen zum Einsatz sondern beispielsweise auch Fabrikate aus Rumänien, der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Bruderländern -- nicht etwa um Profite zu erzielen sondern um Bedürfnisse zu befriedigen. Letzteres war auch das erklärte Ziel der sozialistischen Planwirtschaft, was bezüglich grundsätzlicher menschlicher Bedürfnisse wie Wohnen und Arbeiten auf jeden Fall erreicht wurde. In der DDR gab es weder Obdachlose noch Arbeitslose und der in gesellschaftlicher Arbeit erwirtschaftete Mehrwert landete nicht in privaten Taschen sondern kam in vollem Umfang der ganzen Gesellschaft zugute. So wurden beispielsweise Grundnahrungsmittel und öffentliche Verkehrsmittel subventioniert und ein etwaiges Ausfechten von Streitigkeiten vor Gericht kostete dem DDR-Bürger keinen Pfennig.

Das gesamte Schul-, Sozial- und Gesundheitswesen wurde nicht etwa mit Steuern finanziert (Steuern dienten ausschließlich der Finanzierung des Staatsapparates) sondern über den in sozialistischen Betrieben über das Volkseigentum an Produktionsmitteln erwirtschafteten Mehrwert. Neben den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigenen Betrieben (VEB) gab es in der DDR weitere Eigentumsformen wie die bereits erwähnten Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH), Volkseigene Güter (VEG) und in geringem Umfang auch private Einzelunternehmen. Alle Unternehmen, gleich welcher Eigentumsform, wurden in der DDR nach planwirtschaftlichen Grundsätzen geführt. Während die BRD 1953 in die Schuldenfreiheit entlassen wurde, hatte die DDR die volle Last der Reparationszahlungen an die UdSSR zu tragen.

Verheerend für die DDR Wirtschaft wirkte sich der Marshallplan und die damit verbundene ständige Abwerbung an Fachkräften aus. Insbesondere die Berliner Westsektoren wirkten wie ein Staubsauger, Fachkräfte folgten dem Ruf der Westpropaganda und verließen das Land, viele nicht nur zum Arbeiten sondern für immer. Der sogenannte Fachkräftemangel ist eine bis heute erfolgreiche Strategie imperialistischer Staaten und fügt den vom Brain Drain betroffenen Ländern Schäden in Milliardenhöhe zu während nur die privaten Unternehmer davon profitieren. Diese Fakten lassen das sogenannte Wirtschaftswunder in einem ganz anderen Licht erscheinen zumal Gastarbeiter aus ganz Europa abgeworben wurden und der westdeutschen Großindustrie zu Milliardenprofiten verhalfen.

Die grüne Grenze, das Wanfrieder Abkommen und die Berliner Mauer

Das Wanfrieder Abkommen war ein Vertrag über einen Gebietstausch zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Besatzungsmacht vom 17. September 1945. Die Grenzveränderung wurde notwendig, weil die Bahnstrecke Bebra–Göttingen auf einem kurzen Abschnitt durch die Sowjetische Besatzungszone verlief. Namensgebend für das Abkommen war der Verhandlungsort Wanfried. (Wikipedia) Im Ergebnis dieses Abkommen fielen fünf Ortschaften an die sowjetische Besatzungszone in Thüringen während zwei Gemeinden nach Hessen in die amerikanische Besatzungszone kamen. Zwangsläufig zog dieses Abkommen Änderungen im Grenzverlauf des unteren Werratals nach sich.

Entgegen anderer Darstellungen kam der Bau der Berliner Mauer überhaupt nicht überraschend, auch nicht für den damaligen Staatschef Walter Ulbricht. Die Grenzen der sowjetischen Besatzungszone war nämlich von Anfang an bewacht und zwar von der Sowjetarmee selbst. Wer diese Grenze und auch die Grenze zu den westlichen Sektoren Berlins überschreiten wollte, brauchte einen von der SMAD und später von den DDR Behörden genehmigten Passierschein. Nach der Gründung der DDR wurde aus der Zonengrenze eine Staatsgrenze deren Sicherung die 1952 gegründete Kasernierte Volkspolizei übernahm. Aus der Kasernierten Volkspolizeit ist 1956 schließlich die Nationale Volksarmee hervorgegangen. Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse wurden bereits 1952 gegründet und nicht etwa nach dem 17. Juni 1953 oder 1954 wie das gelegentlich in anderen Quellen angegeben ist.

Dem 13. August 1961 ging eine Vorgeschichte voraus. Der damalige Staatschef der UdSSR, Nikita Chruschtschow drohte den westlichen Alliierten drei Jahre lang (!) daß die UdSSR die Kontrolle über alle Zugänge nach Berlin-West an die DDR übertragen würde, wenn die westlichen Alliierten nicht aus Berlin abziehen würden. Allein diese Drohung stellte einen Bruch mit dem durch Potsdam getragenen Viermächtestatus von Berlin dar. Gleichzeitig unterbreitete Chruschtschow jedoch den Vorschlag zu einem gesamtdeutschen Friedensvertrag, verbunden mit einer Zusammenkunft aller 29 am Krieg gegen Deutschland beteiligten Staaten unter deutscher Beteiligung. Ein Friedensvertrag jedoch hätte unmittelbar die Zahlung von Reparationsleistungen zu Folge gehabt und aus diesem Grund wurde er vom damaligen Außenminister Heinrich von Brentano sofort abgelehnt, ebenso wie die eingeforderte Anerkennung der DDR.

Chruschtschows Note an die westlichen Alliierten war zwar fortschrittlich weil es einen Schritt in Richtung Frieden darstellte, aber auch widersprüchlich. Dieser Widerspruch löst sich jedoch, wenn man die von Chruschtschow erwähnte Übertragung der Kontrolle aller Verkehrswege von und nach Westberlin an die DDR als eine Aufforderung an dieselbe zum Mauerbau betrachtet. Auf deutsch gesagt drohte Chruschtschow den westlichen Alliierten damit, daß die DDR eine Mauer rund um Westberlin bauen würden, wenn sie (die westlichen Alliierten) nicht aus ihren Sektoren abzögen und Westberlin zu einer Freien Stadt erklärten. Andernfalls würde man (die UdSSR) einen Friedensvertrag nur mit der DDR abschließen.

Also mal ganz ehrlich, einen solchen Schwachsinn erklären zu wollen ist ja total abgedreht, das kann kein normaler Mensch erklären, so eine sinnlose Scheiße!!!

Zumal die Geschichte ja gezeigt hat, daß eine Blockade eben nicht dazu geeignet ist, Westberlin wirtschaftlich zu isolieren! Sowjetische Truppen sperrten am 24. Juni 1948 alle Zufahrtswege nach West-Berlin. Damit begann die Berliner Blockade, die am 12. Mai 1949 endete. Diese sogenannte Berlinblockade war eine Protestreaktion der UdSSR auf die Ausweitung des Marschallplanes und der DM-Währungsreform auf die Sektoren Westberlins.

Wie auch immer, die Mauer wurde gebaut und so wie es sich darstellt nicht etwa in einer Nacht- und Nebelaktion sondern von langer Hand vorbereitet. Ich stelle mir oft die Frage wer vom Bau dieser Mauer mehr profitiert hat, der Osten oder der Westen!? Die Bezeichnung Antiimperialistischer Schutzwall wird zur hohlen Phrase, wenn man die Wirkungsrichtung der Grenzsicherungsanlagen, insbesondere die der Minensperre SM70, in Betracht zieht! Und schließlich gab es auch in der DDR volkseigene Betriebe in denen Produkte mit Label Made in Germany versehen wurden die ausschließlich für den Verkauf im Westen bestimmt waren. Das heißt, nicht ganz ausschließlich, denn über die Genex (Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH, ein am 20. Dezember 1956 auf Anordnung der DDR-Regierung gegründetes Unternehmen) konnte man auch diese Produkte als Staatsbürger der DDR erwerben, vorausgesetzt man verfügte über das dazu nötige Kleingeld, auch Devisen genannt.

Die Abwanderung von Fachkräften wurde durch den Bau der Mauer und auch den späteren kontinuierlichen Ausbau der restlichen Grenzanlagen von rund 1400km Länge nicht aufgehalten geschweige denn wirklich gestoppt. Nur um einmal eine Zahl zu nennen: Allein der pioniertechnische Ausbau der Grenzanlagen kostete je Kilometer Staatsgrenze ein Million Mark der DDR! (Stand 1975) Daß der Drang nach Westen mit der Zeit nachließ lag jedoch daran daß auch in der DDR der Lebensstandard kontinuierlich stieg und nicht etwa daran, daß die Grenzsicherungsanlagen weiter ausgebaut wurden. Der diesbezügliche Höhepunkt wurde beim Übergang von den 70ern in die 80er Jahre überschritten. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD führten dazu daß die Minensperre SM70 wieder abgebaut und bereits ab 1978 umfangreiche Räumarbeiten der im Boden verlegten Infanterieminen vom Typ PMN begannen (da war ich aktiv dabei).

Nationale Minderheiten in der DDR und die Verfassung

Eine Sache soll nicht unerwähnt bleiben, das Schicksal der in der DDR lebenden Sorben. So war die DDR ein Land in dem zwei Nationalitäten lebten und zwei Sprachen gesprochen wurden, weil es die Verfassung der DDR der Sorbischen Bevölkerung ausdrücklich erlaubte ihre Sprache und Kultur zu pflegen. Ebenfalls per DDR-Verfassung war den mutterlandslosen Sorben jede Unterstützung zum Erhalt ihres nationalen Kulturerbes zugesichert. Da die Frage der Staatsbürgerschaft auch per Verfassung geregelt war, gab es also in der DDR Staatsbürger sowohl sorbischer als auch deutscher Nationalität.

Ebenfalls per Verfassung wurde jedem Staatsbürger der DDR garantiert, nicht fremden Mächten ausgeliefert zu werden. Das ist alles insofern bemerkenswert als daß man solche Regelungen im Grundgesetz der Bundesrepublik vergeblich sucht. Stattdessen führen Profitgier und Kapitalexport zu einer dauerhaften Unterdrückung nationaler Interessen und zu ständigen Verletzungen des Souveränitätsprinzipes. Doppelte Staatsbürgerschaften dienen heute ausschließlich dem Kapitalexport, überflüssig zu erwähnen, daß es doppelte Staatsbürgerschaften in der DDR selbstverständlich nicht gegeben hat -- Wozu auch!

Religionsfreiheit und Trennung von Staat und Kirche

Selbstverständlich stand es jedem Staatsbürger frei welcher Art von Glauben oder Konfession er angehörte. Einen Religionsunterricht gab es in den Schulen der DDR jedoch nicht. Der Besuch der Christenlehre war freiwillig, ebenso wie Taufe, Konfirmation und Kommunion. Zur Eheschließung genügte ein Termin auf dem Standesamt oder auch im Dienstzimmer eines Bürgermeisters. Solche Aktionen wie heute, wo sich der Bau von Moscheen, entgegen jeglicher demokratischer Abstimmungen, zu reinen Machtdemonstration ausweitet, gab es in der DDR nicht.

Persönliche Anmerkungen und meine Sicht der Dinge

Sicher war die die Staatsgrenze der DDR ein Ergebnis des Krieges. Aber sie war vom Aufbau und der Zweckbestimmung her menschenverachtend und meiner Meinung nach so gar nicht notwendig. Daß ein 3m-Zaun gegen Panzer oder gar mit Atomsprengköpfen bestückte Interkontinentalraketen schützen sollte ist sowieso ein Witz. Was die Grenze jedoch hauptsächlich verhindert hat ist, daß Staatsbürger der DDR das Leben in der Bundesrepublik aus eigener Anschauung kennenlernen durften: Wir hatten die beste Weltanschauung der Welt, obwohl wir uns die Welt gar nicht anschauen durften.

Die Gründung der DDR war kein revolutionäres Ereignis, entsprach jedoch dem Wunsch vieler Menschen nach einem Leben mit Zukunft, frei von Unterdrückung und Ausbeutung, frei vom Faschismus und einem Leben in Frieden und war eine gerade für Deutschland bisher einmalige Chance sich vom Imperialismus zu verabschieden sowie den unter Hitler eingeschlagenen Irrweg zu beenden. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution von 1917 lieferte den Beweis dafür, daß dies möglich ist. Revolutionen lassen sich jedoch nicht einfach so in andere Länder exportieren sondern entstehen aus einer revolutionären Situation heraus. Die Frage, ob 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation in Deutschland eine revolutionäre Situation entstanden sei, haben wir im Geschichtsunterricht immer wieder diskutiert und stets war die Antwort: Nein. Man kann jedoch die Situation in der sich Deutschland unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg befand, durchaus mit einer revolutionären Situation vergleichen.

Wer die DDR jedoch nicht haben wollte, dürfte spätestens nach dem Lesen dieses Artikels jedem klar sein. Es sind dieselben finsteren Kräfte des seit dem Ende des 19. Jahrhunderts global aufgestellten Finanzkapitals die stets bestrebt sind das Rad der Geschichte zurückzudrehen und die Welt neu aufzuteilen. Denen ihr Streben ist der Profit, nichts Anderes und schon gar nicht eine neue Weltordnung, ganz im Gegenteil: Sie tun alles um diese bestehende Ordnung zu erhalten.

Deutschland wurde geteilt um die Europäische Union errichten zu können

Zum Verstehen dieses Zusammenhangs ist die Geschichte unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg, einschließlich der Gründung zweier deutscher Staaten maßgeblich. Die Pläne zur Gründung der Europäischen Union reichen jedoch weiter zurück in die Jahre des Ersten Weltkrieges. Als sich um 1915 die Niederlage Deutschlands abzeichnete, nahm der Plan der USA zur Kolonialisierung Europas Gestalt an. Natürlich ist dieser Plan zur Gründung der Vereinigten Staaten von Europa reaktionär wie das Lenin schon richtig erkannte.

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution 1917 und der Ausruf der Weimarer Republik ein Jahr später machte den USA einen dicken Strich durch die Rechung. Mit der UdSSR wurde ein Sechstel der Erde plötzlich kommunistisch und die Kommunistische Internationale (Komintern) gewann auch in Deutschland zunehmend Einfluß. Kieler Matrosenaufstand, Versailler Friedensvertrag, normalisierte Beziehungen zur Sowjetunion, Liebknecht und die KPD im Reichstag, das ging gar nicht und so musste die Weimarer Republik mit allen Mitteln beseitigt werden, Hitler und seine Partei schienen dafür als am Geeignetsten. Aber die Rechnung ging nicht so auf wie geplant und so gelang die Kolonialisierung zunächst nur für einen Teil von Deutschland. Was nach dem 2. Weltkrieg nicht gleich geschafft wurde, gelang jedoch Jahre später mit dem sogenannten Kalten Krieg, dessen trauriges Ergebnis der 2+4-Vertrag war. Das heißt, daß sich spätestens ab diesem Zeitpunkt die Geschichte der Weimarer Republik in ganz Deutschland wiederholt.

Das Nicht-Zustandekommen einer Regierung nach den letzten Wahlen vom September 2017, die Migration von millionen Menschen nach Deutschland und Europa sind ein sehr deutliches Anzeichen dafür, daß die Kolonialisierung europäischer Länder in eine neue Qualität und auch Quantität übergegangen ist.

Der Verrat steckte in der Partei, von wegen friedliche Revolution

Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, daß das Volk, was ab Mitte 1989 auf die Straßen der DDR marschierte, die sogenannte Wende herbeigeführt hat. Wobei schon die Begriffe Wende oder gar friedliche Revolution völlig irreführend sind. Oh nein, zurückblickend auf den Ablauf dieser Vorgänge in ihrer Gesamtheit lässt das nur einen einzigen Schluss zu: Es war von langer Hand geplant und vorbereitet! Das Volk wurde nur benutzt, da wiederholt sich nur Geschichte. Aber nicht Wenige und auch Nicht-SED-Mitglieder bekamen das Gefühl, von der Partei- und Staatsführung verraten und verkauft worden seien: Im wahrsten Sinne des Wortes!

Nun, zu sagen in der SED sei man nicht wachsam genug gewesen gegenüber dem Klassenfeind und seinen Machenschaften, erscheint mir zu einfach. Vielmehr stelle ich mir erneut die Frage, warum man sich 1946 mit einer Partei verbündet hat, die alles Andere als kommunistisch war! Hat doch die SPD selbst im Verlauf der Geschichte immer wieder ihre opportune Haltung und Handlungsweise unter Beweis gestellt! Warum löste Stalin die Komintern auf mitten im Krieg noch dazu? Und warum wurde das Nationalkomitee Freies Deutschland 1945 aufgelöst, viel zu früh, wo sich doch die Entwicklung der nächsten Jahre und die Teilung Deutschlands bereits abzeichnete!?

Der Irrweg der Deutschen Nation ist noch nicht beendet. Er wird es sein, wenn sich die Deutschen nicht mehr von Irren anführen lassen!


Es liegt in der Natur der Dinge daß man täglich neue Erkenntnisse gewinnt. Viele Fragen werden wohl für immer offen bleiben. So liegt die Wahrheit stets irgendwo zwischen den Dingen mit denen wir uns befassen.


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